Lehre mit Matura oder Studium: Was passt wirklich zu Ihnen?
Lehre mit Matura oder Studium – psychologisch betrachtet. Mag. Höfinger erklärt vier innere Konflikte und zeigt, wie Sie die richtige Entscheidung treffen.

Jedes Jahr stehen tausende österreichische Maturantinnen und Maturanten vor derselben Weggabelung: Lehre mit Matura oder klassisches Studium? Die meisten Ratgeber beantworten diese Frage mit Tabellen – Gehalt, Dauer, Flexibilität. Diese Informationen sind nützlich. Aber sie erklären nicht, warum so viele Menschen nach sorgfältiger Recherche immer noch nicht wissen, was sie wollen. Und sie erklären auch nicht, warum manche nach einer scheinbar klaren Entscheidung innerlich unruhig bleiben. In meiner Beratungspraxis erlebe ich das regelmäßig: Die eigentliche Schwierigkeit liegt selten im Mangel an Information. Sie liegt in der Geschichte, die jemand über sich selbst erzählt – über seinen Wert, seine Herkunft, seine Zugehörigkeit. Wer zwischen Lehre mit Matura und Studium entscheiden möchte, braucht deshalb keine längere Liste mit Vor- und Nachteilen. Er oder sie braucht einen ehrlicheren Blick auf sich selbst. Dieser Artikel behandelt die Entscheidung deshalb als das, was sie psychologisch ist: ein Prozess der Selbstkenntnis.
Zwei Wege, eine Weggabelung – was wirklich auf dem Spiel steht
Zunächst die sachliche Einordnung. Die Berufsreifeprüfung – im Alltag oft „Lehre mit Matura" genannt – verbindet eine Lehrlingsausbildung mit dem Erwerb der vollen Studienberechtigung. Beide Teile laufen parallel, nicht nacheinander. Laut WKO absolvierten 2023 rund 9.000 Personen aktiv diesen Weg. Ein klassisches Hochschulstudium beginnt nach der Matura und dauert je nach Studienrichtung drei bis fünf Jahre.
Beide Wege führen zu anerkannten Abschlüssen. Beide eröffnen Karrierechancen. Und beide können falsch gewählt sein – nicht weil der Weg schlecht ist, sondern weil er nicht zur Person passt. Laut Statistik Austria bricht ein erheblicher Anteil der Studierenden das Studium im ersten Jahr ab – ein Hinweis darauf, dass Entscheidungen häufig ohne ausreichende Selbstreflexion getroffen werden.
Es geht also nicht um richtig oder falsch. Es geht um Passung. Und Passung lässt sich nicht von außen ablesen.
Vier innere Konflikte, die ich immer wieder sehe
In meiner Praxis begegnen mir bei dieser Entscheidung vier psychologische Muster so regelmäßig, dass ich sie fast als Typen erkenne.
1. Das Perfektionismus-Prestige-Dilemma
Der Wunsch nach der Lehre ist klar – handwerklich, technisch, praktisch begabt, mit konkreten Berufswünschen. Aber familiärer oder sozialer Druck überlagert diesen Wunsch. Das Studium gilt als das „Richtigere", das Höherwertige. Innerlich wissen diese Menschen oft, was sie wollen. Aber sie trauen diesem Wissen nicht, weil es nicht dem entspricht, was von ihnen erwartet wird. Da steckt viel Scham drin – manchmal auch Schuldgefühle gegenüber Eltern, die sich „mehr" vorstellen.
2. Die Angst vor der Festlegung
Hier schwanken Maturantinnen und Maturanten zwischen beiden Wegen, weil sie schlicht noch nicht wissen, wer sie sein wollen. Das ist entwicklungspsychologisch völlig normal mit 17 oder 18 Jahren – wird aber von den Betroffenen selbst oft als persönliches Versagen erlebt. „Alle wissen, was sie wollen – nur ich nicht." Das Studium wirkt dann attraktiver, weil es breiter, offener, weniger festgelegt erscheint. Das ist häufig eine Illusion, die ich in der Beratung behutsam hinterfrage.
3. Der verdeckte Leistungskonflikt
Manche Maturantinnen und Maturanten sind kognitiv sehr leistungsstark, aber emotional und körperlich von der Schulzeit bereits erschöpft. Sie zweifeln, ob sie „noch mehr Lernen" durchhalten – und die Lehre erscheint als Ausweg, nicht als echte Wahl. Das ist ein wichtiger Unterschied: Flieht jemand weg von etwas, oder geht er auf etwas zu? Diese Frage stelle ich fast immer.
4. Das Selbstwert-Identitäts-Thema
Am meisten beschäftigen mich jene Fälle, in denen die Entscheidung eng mit dem Selbstbild verknüpft ist: „Bin ich der Typ, der studiert?" Dahinter stecken oft Glaubenssätze über Intelligenz, über die eigene Familie, über Herkunft. Maturantinnen und Maturanten aus Nicht-Akademiker-Haushalten erleben hier manchmal einen regelrechten inneren Loyalitätskonflikt – als würde ein Studium bedeuten, sich von der eigenen Familie zu entfernen.
Was ich in der Praxis immer wieder merke: Die Entscheidung selbst ist oft weniger das Problem als die Geschichte, die die Person über diese Entscheidung erzählt – über sich, über ihren Wert, über ihre Zukunft. Dort setze ich an.
Was Ihre Grundbedürfnisse Ihnen verraten – und was Sie überraschen wird
Welche Grundbedürfnisse sprechen für welchen Weg? Ich arbeite dabei mit drei Dimensionen, die ich als besonders trennscharf erlebe.
Autonomieerleben: Können oder Denken?
Beide Wege versprechen Autonomie – aber eine grundlegend andere. Brauchen Sie die Autonomie des Könnens – das Gefühl, eine Sache wirklich zu beherrschen, sie mit den Händen oder einem klar definierten Expertenwissen zu kontrollieren? Oder brauchen Sie die Autonomie des Denkens – offene Fragen, konzeptuelle Freiheit, das Weiterdenken ohne festgelegte Antwort?
Das klingt abstrakt, zeigt sich aber sehr konkret: Wer nach einem langen Lerntag am liebsten etwas repariert, kocht oder baut, signalisiert damit etwas über seine Erholungsform – und damit über seine Beziehung zu Kompetenzerleben.
Zugehörigkeit: Unter welchen Menschen will ich sein?
Dieses Bedürfnis wird enorm unterschätzt. Viele Jugendliche denken gar nicht primär über Inhalte nach, sondern über die Frage: Unter welchen Menschen will ich die nächsten Jahre verbringen? Wer sich in konkreten, kollegialen, hierarchisch klaren Strukturen zugehörig fühlt, wird in vielen Lehrberufen aufblühen. Wer Zugehörigkeit über intellektuellen Austausch und gemeinsames Zweifeln definiert, braucht oft das Universitätsmilieu – nicht unbedingt den Abschluss, sondern den Raum.
Struktur versus Offenheit
Wie viel Unstrukturiertheit können Sie als stimulierend erleben, bevor sie als bedrohlich kippt? Ein Studium bedeutet oft jahrelange Eigenverantwortung ohne klares Feedback, ohne definierten Tagesablauf. Das ist für manche befreiend. Für andere ist es das sicherste Rezept für chronische Überforderung – nicht weil sie schwächer sind, sondern weil ihr Nervensystem Klarheit braucht, um Höchstleistung zu bringen.
Drei Fragen, die mehr verraten als jeder Berufstest
Der überraschende Befund zu Sicherheit
Ich hätte erwartet, dass Sicherheitsbedürfnis ein klarer Prädiktor für die Lehre ist – planbare Karriere, früher Verdienst, klare Struktur. Aber das stimmt so nicht. Manche Maturantinnen und Maturanten wählen das Studium gerade wegen eines tiefen Sicherheitsbedürfnisses – weil das Studium in ihrer Familie das Einzige ist, das als „sicher" gilt. Die Lehre fühlt sich für sie riskanter an: sozialer Abstieg, Stigma. Das Sicherheitsbedürfnis treibt sie also in eine Richtung, die ihrer inneren Struktur vielleicht gar nicht entspricht.
Sicherheit ist kein trennscharfes Merkmal zwischen den Wegen – sondern ein Spiegel dafür, was die Person als sicher definiert. Und das hängt fast immer mehr vom sozialen Narrativ ab als von der objektiven Realität beider Optionen.
Reife Ambivalenz oder Entscheidungsangst? So unterscheiden Sie beides
Ambivalenz ist nicht gleich Ambivalenz. Das ist eine der wichtigsten Unterscheidungen, die ich in der Beratung treffe.
Reife Ambivalenz zeigt sich so: Die Person kann konkret sagen, was an der Lehre reizt und was am Studium. Die Gedanken bewegen sich zwischen zwei Polen, die beide substanziell sind. Es gibt bereits eigene Recherche, vielleicht Schnuppertage. Der Zweifel ist inhaltlich – „Ich liebe das Praktische, aber Theorie interessiert mich auch wirklich."
Entscheidungsangst oder Orientierungslosigkeit sieht anders aus: Das Denken kreist um die Entscheidung herum, ohne sie wirklich zu berühren. Die Argumente wechseln je nach Gesprächspartner. Beim Thema tritt regelrechtes Einfrieren auf. Perfektionistisches Aufschieben ohne Annäherung: noch ein Praktikum, noch ein Beratungsgespräch, noch ein Test.
Ein inneres Bild, das mir dabei hilft: Reife Ambivalenz fühlt sich an wie jemand, der zwischen zwei Türen steht und durch beide schaut. Entscheidungsangst fühlt sich an wie jemand, der mit dem Rücken zu beiden Türen steht.
Eine Frage, die ich fast immer stelle: „Hatten Sie schon einmal einen Moment, in dem Sie innerlich gespürt haben, was Sie wollen – auch nur kurz?"
Bei reifer Ambivalenz kommt oft ein leises „Ja, eigentlich schon..." mit einem bestimmten Gesichtsausdruck. Bei Orientierungslosigkeit kommt entweder Stille – oder die Antwort beschreibt den Wunsch, jemand anderen zu gefallen.
Manchmal sieht etwas nach Entscheidungsangst aus, ist aber schlicht entwicklungspsychologisch angemessene Unsicherheit für eine 17-jährige Person. Ich versuche nie, zu schnell zu diagnostizieren. Mein erstes Ziel ist nie die Entscheidung – sondern der Kontakt mit sich selbst.
Wenn Elternwünsche lauter sind als die eigene Stimme – ein Fallbeispiel
Ich denke an einen Fall, der mich noch lange beschäftigt hat – ich nenne sie M.
M. kam zu mir kurz vor der Matura, offiziell wegen Prüfungsangst. Sie war 18, sehr sprachgewandt, höflich, wirkte auf den ersten Blick gefasst. Ihr Plan stand fest: Wirtschaftsstudium, wie der Vater. Sie hatte sich bereits informiert, die Studienrichtung ausgewählt, die Eltern waren stolz. Es gab eigentlich keinen Anlass zur Beunruhigung.
Was mich von Anfang an nachdenklich stimmte: Sie sprach über diesen Plan mit einer Präzision, die keine Wärme enthielt. Kein Leuchten, keine Neugier – aber auch keine sichtbare Ablehnung. Einfach eine sehr glatte, sehr vollständige Erzählung.
Wir arbeiteten zunächst tatsächlich an der Prüfungsangst. Aber in der dritten oder vierten Stunde fragte ich sie beiläufig, was sie eigentlich in ihrer Freizeit mache. Sie zögerte ungewöhnlich lang. Dann sagte sie: Sie nähe. Seit Jahren, fast täglich. Sie entwerfe eigene Schnittmuster, habe schon Kleider für Freundinnen gemacht, beschäftige sich intensiv mit Textilgeschichte. Ihr Gesicht veränderte sich in diesem Moment vollständig.
Ich fragte, ob sie je daran gedacht habe, das ernstzunehmen – beruflich.
Die Antwort kam schnell, fast reflexartig: „Das ist kein richtiger Beruf."
Ich fragte: „Wessen Stimme ist das?"
Lange Pause. Dann: „Meines Vaters, glaube ich."
Was schrittweise sichtbar wurde: M. hatte nie wirklich eine Entscheidung getroffen. Sie hatte eine Erwartung übernommen und sie so vollständig internalisiert, dass sie sie nicht mehr als fremd erkannte. Der Vater hatte nie explizit Druck gemacht – das war das Komplizierte. Es war subtiler: Begeisterung für das Wirtschaftliche, Schweigen über alles andere. M. hatte gelernt, dass Sichtbarkeit in ihrer Familie über Leistung in bestimmten Feldern funktioniert.
Als wir das aussprachen, kam erstmals Emotion – keine Wut auf den Vater. Sondern eine tiefe Traurigkeit darüber, dass sie sich selbst so lange nicht zugehört hatte. Und darunter: Angst. Die Angst, dass wenn sie wirklich wählt, sie etwas verliert – die Zugehörigkeit, die Anerkennung, vielleicht die Beziehung.
Am Ende entschied sich M., das Wirtschaftsstudium zu beginnen – aber als eigene Entscheidung, mit explizitem Plan zur parallelen Erkundung des Modedesigns. Was sich verändert hatte, war nicht die Entscheidung selbst. Es war die Autorenschaft darüber.
Wenn Sie sich in dieser Dynamik wiedererkennen, lohnt sich auch ein Blick in den Ratgeber zu Eltern und Studienwahl – wessen Entscheidung ist es wirklich?
Wann ein Ratgeber nicht mehr reicht – und wie Sie das merken
Ein Ratgeber funktioniert, wenn jemand ein Informationsproblem hat. Der Moment, in dem ich sage: hier braucht es mehr, ist wenn das Problem kein Informationsproblem mehr ist.
Konkrete Signale, auf die ich achte:
- Die Entscheidung bleibt trotz ausreichend Information blockiert. Sie wissen eigentlich alles, was Sie wissen müssten – und kommen trotzdem nicht vom Fleck.
- Der Leidensdruck ist körperlich geworden. Schlafprobleme, Magenprobleme, anhaltende Erschöpfung rund um das Thema – das löst kein Buch auf.
- Gedanken drehen sich seit Wochen im Kreis ohne jede Annäherung an Klarheit. Das ist kein Informationsmangel, das ist ein Verarbeitungsthema.
- Das Umfeld wird zum dominanten Faktor. Wenn Entscheidungen hauptsächlich durch Angst vor Reaktionen anderer gesteuert werden, ist die Arbeit eine beratende, keine informative.
Was ich in solchen Momenten sage, ist bewusst gewählt: „Was Sie beschreiben, klingt nicht nach einem Informationsproblem – das haben Sie sich schon längst erarbeitet. Das klingt eher danach, dass Sie jemanden brauchen, der mit Ihnen gemeinsam denkt, nicht für Sie."
Ich vermeide das Wort „Problem" in Bezug auf die Person. Ich spreche lieber von der Situation, vom Prozess, von dem, was gerade schwer ist.
Ein Bild, das ich manchmal verwende: Wenn jemand läuft und ein Knie schmerzt, kann er nachlesen, welche Dehnübungen helfen. Aber wenn der Schmerz bleibt, wenn er das Laufen beeinflusst, wenn er nachts nicht schläft – dann ist ein Ratgeber nicht das richtige Werkzeug. Nicht weil etwas kaputt ist, sondern weil das Thema mehr Aufmerksamkeit braucht als ein Buch geben kann.
Psychologische Beratung aufzusuchen ist kein Zeichen dafür, dass man schwächer ist als andere. Es ist ein Zeichen dafür, dass man sich selbst ernst nimmt.
Wenn Sie merken, dass Sie an diesem Punkt angelangt sind, ist der Kompass-Check ein erster niedrigschwelliger Schritt – um herauszufinden, welche Art von Unterstützung für Sie gerade sinnvoll sein kann. Und falls Sie sich fragen, ob Ihre Unentschlossenheit vielleicht mit Prokrastination zusammenhängt, lohnt sich ein Blick in den Ratgeber zu Prokrastination bei der Studienwahl – was hinter dem Zögern steckt.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Lehre mit Matura und einem klassischen Studium in Österreich?
Die Berufsreifeprüfung (Lehre mit Matura) verbindet eine Lehrlingsausbildung mit dem Erwerb der Studienberechtigung – parallel, nicht nacheinander. Ein klassisches Hochschulstudium beginnt nach der Matura und dauert je nach Studienrichtung drei bis fünf Jahre. Beide Wege führen zu anerkannten Abschlüssen. Der entscheidende Unterschied liegt nicht im Prestige, sondern darin, welche Lernform, welche Tagesstruktur und welches soziale Umfeld zur eigenen Persönlichkeit passen.
Wie erkenne ich, ob meine Unentschlossenheit normale Ambivalenz oder echte Entscheidungsangst ist?
Reife Ambivalenz zeigt sich darin, dass Sie konkrete Vor- und Nachteile beider Wege benennen können und echte Neugier auf beide Szenarien spüren. Entscheidungsangst hingegen kreist um die Entscheidung herum, ohne sie zu berühren: Argumente wechseln je nach Gesprächspartner, Gedanken drehen sich seit Wochen im Kreis, und die Frage 'Was würde ich wählen, wenn alle anderen gleichgültig reagieren?' erzeugt Leere statt Erleichterung. Ein hilfreiches inneres Bild: Reife Ambivalenz steht zwischen zwei Türen und schaut durch beide. Entscheidungsangst steht mit dem Rücken zu beiden Türen.
Was tun, wenn Eltern ein Studium erwarten, ich aber lieber eine Lehre machen möchte?
Zunächst lohnt es sich, die eigene Position zu festigen – nicht gegenüber den Eltern, sondern für sich selbst. Wer innerlich sicher ist, trägt das Gespräch anders. Hilfreich ist auch zu prüfen, ob die Erwartung wirklich explizit ausgesprochen wurde oder ob es sich um ein übernommenes Muster handelt. Oft haben Eltern die eigene Entscheidung bereits akzeptiert – die innere Repräsentation des Kindes ist nur noch nicht auf dem neuesten Stand. Wenn das Gespräch trotzdem blockiert bleibt, kann eine psychologische Beratung helfen, nicht als Vermittlung, sondern als Raum zur Klärung der eigenen Stimme.
Wann sollte ich wegen der Entscheidung zwischen Lehre und Studium eine psychologische Beratung aufsuchen?
Ein Ratgeber reicht aus, solange es sich um ein Informationsproblem handelt. Wenn die Entscheidung trotz ausreichend Wissen blockiert bleibt, Gedanken sich seit Wochen im Kreis drehen, der Leidensdruck körperlich wird (Schlafprobleme, Erschöpfung) oder das Umfeld zum dominanten Entscheidungsfaktor wird – dann ist professionelle Begleitung sinnvoll. Das ist kein Zeichen von Schwäche, sondern ein Zeichen dafür, dass man sich selbst ernst nimmt.
Ist die Lehre mit Matura in Österreich gleichwertig mit dem Maturazeugnis einer AHS oder BHS?
Ja. Die Berufsreifeprüfung (Lehre mit Matura) verleiht in Österreich die volle Studienberechtigung für Universitäten, Fachhochschulen und Pädagogische Hochschulen – gleichwertig mit der AHS- oder BHS-Matura. Laut WKO absolvierten 2023 rund 9.000 Personen aktiv diesen kombinierten Weg. Die gesellschaftliche Wahrnehmung hinkt der rechtlichen Realität noch nach, ändert sich aber zunehmend.
Über die Autorin
Ihre Expertin für psychologische Studienberatung

Mag. Beatrix Höfinger, MA
Klinische und Gesundheitspsychologin
Mit über 30 Jahren Erfahrung in der psychologischen Studien- und Berufsberatung hat Mag. Höfinger hunderte Studierende erfolgreich bei ihrer Studienwahl begleitet und den Kompass-Check als evidenzbasiertes Beratungsverfahren entwickelt.